Frühjahrsputz

 Wasche dein Herz von der Bosheit, auf dass dir geholfen werde. Wie lange wollen bei dir bleiben deine heillosen Gedanken?    Jeremia 4,14

  

 

 Legt also alles Gemeine und Schlechte ab und nehmt bereitwillig das Wort an, das Gott euch ins Herz gepflanzt hat. Es hat die Macht, euch zu retten.
Jakobus 1,21

    

  Tageslosung und Lehrtext

 

So einfach könnte das sein: einmal drüberwischen, und schon ist der Himmel wieder nahe....

So einfach ist es aber nicht. Wie H.P Kerkeling über die Liebe spricht, so ist es auch mit dem reinen Herzen: es ist Arbeit, Arbeit, Arbeit.

Ein reines Herz, frei von Bosheit und Wut über die Menschheit, den Mitmenschen, Nachbarn, Partner...das geht doch garnicht! Ich bin doch auch nur ein Mensch und habe Gefühle! Muss ich denn immer auch meine linke Wange hinhalten, jeden Schlag hinnehmen, ohne mich zu wehren?

Ich glaube, das ist nicht gemeint. Bosheit meint etwas anderes. Bosheit meint Nachtreten, Verleumdung, Fronten schaffen, jemandem Schaden wollen, Hinterlist.

Es wäre zu einfach, zu behaupten, frei von solchen Verhaltensweisen oder Gedanken  zu sein. Allerdings ist es nicht einfach, zuzugeben, und sei es nur vor sich selber, dass man vielleicht, in diesem oder jenen Fall, doch....

Ich habe Zeiten in meinem Leben erlebt, da war die eigene Nabelschau von existentieller Wichtigkeit und so selbstverständlich, dass ich es machen musste. Es war sehr anstrengend und zeitweise ermüdend - ich hätte es gerne mal abgestellt. Aber natürlich, denn jedes Ding hatte seine zwei Seiten, war es auch sehr lehrreich.

Es ist selbstverständlich, das nicht jeder Mensch mit jedem gut kann,  es gibt Sympathie und Antipathie auf den ersten Blick. Die Frage ist doch: wie gehe ich damit um? Das hängt erstmal davon ab, in welcher Beziehung ich zu dem Menschen stehe. Ist es mein Vorgesetzter, bleibt mir Höflichkeit und Sachlichkeit. Ich muss mich nicht einschmeicheln oder jemand nach dem Munde reden, aber ich muss auch nicht alles sagen, was ich über diesen Menschen denke. Ich muss mir aber klar sein, warum ich eine Antipathie hege: sind es Äußerlichkeiten, erinnert der Mensch mich an jemand, der mir geschadet hat, ist es seine/ihre Haltung oder das Machtgefälle? Ich kann ein "sauberes Herz" behalten, wenn ich mich positioniere, eine  korrekte Umgangsform wähle. Ist es mein Chef/meine Chefin, wird es aber schon schwierig, wenn meine Kollegen das gleiche Empfinden haben und ihrer Wut freien Lauf lassen. Wie verhalte ich mich dann? Wenn ich mich raushalte, gehöre ich nicht dazu, wendet sich die Wut vielleicht sogar gegen mich. Wenn ich einfach ins gleiche Horn tute, ist das zwar in gewisser Weise solidarisch, aber auch nicht konstruktiv, wenn es an diesem Punkt bleibt. Ich beteilige mich aktiv am Mauerbau. Vielleicht gibt es ja auch die Möglichkeit, sowohl das eine als auch das andere zu tun? Zu sagen:"Ja, ich kann deine Wut verstehen, Wir könnten ja mal einen Brief schreiben und unsere Probleme in angemessener Form mitteilen. Oder wir gehen mal zusammen hin und versuchen, im Gespräch eine Lösung zu finden. Oder wir versuchen, die Umstände zu akzeptieren, ohne darüber unsere Würde zu verlieren und Feindbilder auszubauen?"

Viel dramatischer ist die Situation des Mobbing - und um so wichtiger ist es, einzugreifen. Mobbing macht Menschen wirklich kaputt, ist unmenschlich und asozial. Es liegt in der Natur der Sache, dass die Opfer solcher Angriffe wehrlos sind. Sie sind eh schon Aussenseiter und schwach gegenüber der Gruppe der Täter. Angemessen zu reagieren, erfordert viel Mut und Klarheit! Und passt zum Motto der diesjährigen Fastenzeit:

 

Zeige Dich!

 

Es gibt viele Wege, mit einer Situation umzugehen, der Königsweg ist sicherlich der, auf dem ich erhobenen Hauptes und mit geordneten Gedanken, frei von negativen Emtionen in den Kontakt mit dem Betreffenden gehen kann. Darum bitten wir:

 

 Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht

 

ändern kann,

 

den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann

 

und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.

 

Bleiben Sie behütet! Ich wünsche Ihnen ein gesegnetes Wochenende